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Social und medical Freezing - Fertilitätsprotektion
Die weibliche Fertilität ist begrenzt, und der Höhepunkt der Fruchtbarkeit liegt in der Regel zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr. Danach beginnt eine allmähliche Verringerung der Fruchtbarkeit.
Warum ist das so?
Dies ist zum einen auf die natürliche Abnahme der Eizellenanzahl mit zunehmendem Alter zurückzuführen. Zum anderen nimmt auch die Qualität der Eizellen im Laufe der Jahre ab. Eine heranreifende Eizelle muss während eines Zyklus zwei Reifeteilungen durchlaufen, bei denen das doppelt angelegt Erbgut auf einen einfachen Satz reduziert wird. Diese Reduktionsvorgänge verlaufen bei jüngeren Frauen in der Regel präziser als bei älteren. Wenn diese Teilungen nicht fehlerfrei erfolgen, kann dies zu einer Eizelle mit verändertem Erbgut führen.
Eine Studie von Jones et al. zeigte, dass bei einer 25-jährigen Frau 80 Prozent der Eizellen nach den Reduktionsteilungen den richtigen Chromosomensatz aufwiesen. Bei einer 40-jährigen Frau waren es jedoch nur noch 20 Prozent.
Des Weiteren nimmt die Energieproduktion in den älteren Eizellen ab und die Entwicklungsfähigkeit verringert sich.
Durch die Kryokonservierung unbefruchteter Eizellen – ob vor einer onkologischen Therapie oder als „Social Freezing“ – kann eine Schwangerschaft auf einen späteren Zeitpunkt im Leben verschoben werden.
Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen
Das Netzwerk Fertiprotekt setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Fertilität von jungen Frauen vor einer potenziell gonadotoxischen onkologischen Therapie erhalten bleibt.
Diese Möglichkeit ergab sich aus der Weiterentwicklung der Kryokonservierungstechniken. Die Vitrifikation stellt einen Meilenstein in der Kryokonservierung von Eizellen dar (2, 3). Durch das „ultraschnelle“ Kryokonservieren zeigt sich eine höhere Überlebensrate der Eizellen, ohne Bildung von Eiskristallen. Die vitrifizierte Oozyte hat ein ähnliches reproduktives Potential wie eine frische Oozyte. So ließ sich die Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen bei onkologisch erkrankten jungen Frauen etablieren.
Diese Option eines persönlichen Eizelldepots wird zunehmend auch von gesunden Frauen gewünscht und hat sich mittlerweile als „Social freezing“ etabliert. Definiert wird das Social freezing als Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen ohne medizinische Indikation.
Wie funktioniert das?
Um ein Eizelldepot anzulegen, muss der Eierstock stimuliert werden, damit er nicht nur ein Eibläschen (sog. Follikel) sondern mehrere in einem Zyklus produziert. Das geschieht mit stimulierenden Hormonen (FSH und LH), die jeden Tag gespritzt werden müssen. Wenn die Eibläschen groß genug sind, dann wird in Narkose eine Punktion dieser Follikel vorgenommen und so die Eizellen gewonnen. Danach werden die reifen Eizellen tiefgefroren. Im Kryotank können diese über Jahre verbleiben.
Wenn die kryokonservierten Eizellen Sobald die Eizellen bei Kinderwunsch genützt werden sollen, dann werden sie aufgetaut und mit den Samenzellen des Partners mithilfe der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) künstlich befruchtet.
Die Mitarbeiter der reproduktionsmedizinischen Labore der Klinik und Poliklinik für Geburtsmedizin an der Uniklinik Köln haben sich darauf spezialisiert, Eizellen, Eierstockgewebe, Samenzellen und Hodengewebe einzufrieren. Das Team um Frau Dr. Isachenko nahm und nimmt eine Vorreiterrolle in der Anwendung der Kryokonservierung in der Reproduktionsmedizin in Deutschland ein.
Diese Möglichkeit der Kryokonservierung ergab sich aus der Weiterentwicklung der Einfrier-Techniken:
Das "Slow Freezing" ist das weltweit am häufigsten durchgeführte Verfahren. Dabei werden die Zellen nach Zugabe von Kryoprotektiva, die die Bildung von Eiskristallen in den Zellen verhindern sollen, Schritt für Schritt auf -196 Grad Celsius heruntergekühlt.
Dieses Verfahren wird vor allem für die Kryokonservierung von Spermien, Hodengewebe und Eierstocksgewebe angewendet.
Unter „Vitrifikation“ versteht man das Festwerden einer Flüssigkeit durch Erhöhung ihrer Viskosität, während sie abgekühlt wird – wobei eine Kristallisation ausbleibt. Das kann z. B. erreicht werden durch extrem schnelles Abkühlen (z. B. in flüssigem Stickstoff) im Zusammenspiel mit Zusätzen, die die Kristallisation verhindern.
Die Vitrifikation stellt einen Meilenstein in der Kryokonservierung von Eizellen dar. Durch das „ultraschnelle“ Kryokonservieren zeigt sich eine höhere Überlebensrate der Eizellen. Die vitrifizierte Oozyte hat ein ähnliches reproduktives Potential wie eine frische Oozyte.
In unserer Kryobank haben wir mehrere Tausend Proben kryokonserviert. Diese werden bei einer konstanten Temperatur von -180 °C gehalten.
Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich gerne an uns werden:
Bei Fragen zum Kryokonservierungsverfahren:
Telefon +49 221 478-4992
E-Mail kryobank@uk-koeln.de
Bei vertraglichen oder finanziellen Fragen:
Telefon +49 221 478-82689
E-Mail kryobank_vertrag@uk-koeln.de