Therapie

Intrauterine Insemination (IUI)

Unter Insemination versteht man das Einbringen von Samenzellen in die Gebärmutter und/oder die Eileiter. Dieses Behandlungsverfahren wird dann angewandt, wenn eine Störung der Samenproduktion vorliegt, so dass Samenzellen nicht in ausreichender Zahl und Qualität auf normalem Wege in den Eileiter gelangen können.

Für die Insemination wird der Samen nicht in Nativform (unbehandelt), sondern nach einer Vorbehandlung in die Gebärmutter eingebracht. Bei dieser Vorbehandlung werden die Samenzellen von der Samenflüssigkeit getrennt und zum Zeitpunkt des Eisprungs Samenzellen über einen kleinen Katheder in die Gebärmutter eingebracht. Die Erfolgsaussichten einer Inseminationsbehandlung richten sich nach dem jeweiligen Samenbefund und dem Alter der Frau. Statistiken zeigen, dass mit der Insemination eine Schwangerschaftsrate von 3-8%, in optimalen Fällen 10% pro Behandlungszyklus erreicht werden kann. Wenn die Methode wiederholt wird, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit höher.

In vitro-Fertilisation (IVF)

Wie die anderen Methoden der Sterilitätsbehandlung erfolgt auch vor der IVF-Behandlung eine Vordiagnostik. Die Untersuchung auf Röteln, HIV und Hepatitis im Blut ist vor Therapiebeginn obligatorisch. Durch eine Ultraschalluntersuchung lassen sich Auffälligkeiten an Gebärmutter und Eierstöcken weitgehend ausschließen. Eventuell vorliegende hormonelle Schwankungen werden im Vorfeld behandelt beziehungsweise korrigiert.

Nach den Voruntersuchungen wird der individuelle Therapieplan festgelegt.
Ab dem dritten Zyklustag wird der Frau das humane Menopausengonadotropin (hMG) oder das follikelstimulierende Hormon (FSH) unter die Haut injiziert.
Um einem ungewollten und unkontrollierten Eisprung vorzubeugen, verwendet man zusätzliche Medikamente (GnRH-Analoga oder Antagonisten), die den Anstieg des körpereigenen Hormons (LH) und damit den Eisprung verhindern.
Etwa ab dem zehnten Zyklustag wird durch die Ultraschalluntersuchung die Zahl und das Wachstum der Eibläschen (Follikel) überwacht. Bei ausreichender Zahl und vor allem Größe der Eibläschen (über 18 mm) kann dann durch Gabe eines hCG-Präparates (humanes Chroiongonadotropin) der Eisprung ausgelöst werden. Ca. 36 Stunden nach der den Eisprung auslösenden Injektion wird die Eizelle in Kurznarkose operativ entnommen. Über ein Schlauchsystem, das mit einer Pumpe verbunden ist, wird die Follikelflüssigkeit mit Eizelle unter Ultraschallkontrolle aus dem Eierstock durch die Scheide abgesaugt. Eine Stunde nach dem kurzen Eingriff ist die Patientin bereits wieder belastbar.

Bei der IVF-Behandlung werden die gewonnenen Eizellen mit den Spermien des Ehemannes außerhalb des Körpers zusammengeführt (befruchtet).

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Bei eingeschränkter beziehungsweise schlechter Spermienqualität des Mannes wird die intracytoplasmatische Spermieneinjektion (ICSI) durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird unter einem speziellen Mikroskop ein einzelnes Spermium mit einer dünnen Injektionspipette in die Eizelle eingebracht.

Vibrationskultur

Mit der Methode der Vibrationskultur wird versucht, die permanente Bewegung nach der Befruchtung zu imitieren. Eine spezielle, patentierte Platte versetzt das Kulturgefäß mit dem Embryo in sanfte Schwingungen, deren Frequenz der der Bewegung im Eileiter entspricht. Die Ergebnisse dieser Methode wurden bereits 2010 veröffentlicht. So verbesserte sich die Entwicklung des Embryos deutlich. Beim Transfer von fünf Tage alten Embryos konnte die Schwangerschaftsrate von 36 Prozent auf 73 Prozent verdoppelt werden.1
Allen Patientinnen die während der Kinderwunschbehandlung in der Uniklinik Köln eine künstliche Befruchtung (IVF/ICSI) erhalten, kann diese Methode der Vibrationskultur jetzt angeboten werden.

Embryonentransfer (ET)

Hat nach 24 Stunden im Labor eine Befruchtung stattgefunden, werden die Embryonen nach weiteren 24-96 Stunden über einen sehr dünnen Katheter mit einer winzigen Menge Kulturmedium unter Ultraschallsicht in die Gebärmutterhöhle übertragen. Dieser Transfer ist im Allgemeinen nicht schmerzhaft und wird nicht unter Narkose durchgeführt.

Durch die Verwendung eines speziellen Mediums (Hyaluronsäure) während des Embryonentransfers kommt es 1,4 mal so oft zur Schwangerschaft. Doppelt so häufig sind diese Schwangerschaften Mehrlingsschwangeschaften.

Assistierte Zona Pellucida Öffnung (Assisted Hatching)

Zur Einnistung muss der Embryo eine Schutzhülle, die Zona Pellucida, verlassen. Dieses sogenannte „Schlüpfen“ der Blastocyst (engl. Hatching) kann erleichtert werden, indem mechanisch eine Öffnung in der Zona geschaffen wird. So kann die Wahrscheinlichkeit des Schlüpfens erhöht und die Implantationsrate der übertragenen Embryonen verbessert werden.

Aktivierung der Eizelle

Diese Methode wird angewendet, wenn davon auszugehen ist, dass die Spermien die Eizellen nicht aktivieren können, also Fälle mit unbeweglichen Spermien, Globozoospermie, OAT III, Kryptozoospermie und Spermien aus Hodenbiopsaten (TESE).
Calcium-Ionophor stimuliert die für eine Befruchtung notwendige Calcium-Ausschüttung. Diese Behandlung kann die Befruchtungschancen erhöhen.

Polkörperdiagnostik

Diese Methode ermöglicht die Fehlverteilung von bestimmten Chromosomen in den Eizellen zu erkennen. Solche Störungen treten vermehrt in Eizellen älterer Frauen auf und führen in der Regel zu einer Fehlgeburt.

Kryokonservierung von Eizellen und Embryonen

Um die überzähligen unbefruchteten reifen Eizellen, Eizellen in Vorkernstadien und in Einzelfällen Embryonen zu sichern, wird die Kryokonservierung (konventionelles langsame Einfrieren oder Vitrifikation) eingesetzt.Die eingefrorenen Zellen bzw. Embryonen werden in späteren Zyklen aufgetaut und wie üblich durch Embryotransfer in die Gebärmutterhöhle übertragen. Die Implanatationsrate ist etwas niedriger als bei nicht kryokonservierten Proben.

Kryokonservierung im MVZ der Uniklinik Köln

Kryokonservierung von Spermien / Hodengewebe

Spermienentnahme aus Hoden (Testikuläre Spermienextraktion, TESE) oder Nebenhoden (Mikrochirurgische Nebenhodenspermagewinnung, MESA), ist die Gewinnung von Spermien aus einer Hoden- oder Nebenhodenbiopsie für eine intracytoplasmatische Spermieneinjektion (ICSI). Hier arbeiten die Urologen und Gynäkologen zusammen. Der Eingriff wird durch Urologen der Uniklinik Köln durchgeführt. Das gewonnene Material wird dann im IVF-Labor bearbeitet und gegebenenfalls kryokonserviert.

Kryokonservierung im MVZ der Uniklinik Köln

Akupunktur

Es gibt Hinweise, dass Akupunktur die Kinderwunschbehandlung günstig beeinflusst.
Die möglichen Wirkmechanismen während der Kinderwunschbehandlung sind:

  • Die Verbesserung der Durchblutung der Gebärmutter und ein damit verbundener positiver Einfluss auf den Schleimhautaufbau und somit bessere Bedingungen für die Einnistung des Embryos
  • Die Verminderung der Gebärmutterkontraktion während des Embryotransfers
  • Die Stressminimierung und Stärkung des Immunsystems

Akupunktur ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Somit sind die Kosten von Patientinnen selbst zu tragen.