Dysplasie

Mit einer gezielten gynäkologischen Diagnostik lassen sich Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und deren Vorstufen in einem sehr frühen Stadium entdecken. Damit wird nicht nur die Heilungsaussicht entscheidend verbessert, sondern häufig auch ein Ausbruch der Erkrankung verhindert.

In der durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten gynäkologischen Dysplasieeinheit werden mit modernsten Methoden selbst kleinste krankhafte Veränderungen aufgespürt, die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sein können.

Auch nach Einführung der prophylaktischen HPV-Impfung im Jahr 2006 ist die Akzeptanz der gynäkologischen Krebsvorsorge schlecht: Weniger als die Hälfte aller Frauen nehmen das Angebot der jährlichen gynäkologischen Vorsorge wahr. Durch die geringe Verbreitung der HPV-Impfung, derzeit beträgt die Durchimpfungsrate in relevanten Geburtsjahrgängen nur 27%, wird die HPV-assoziierte Erkrankung auch zukünftig einen wesentlichen Teil unserer täglichen Arbeit prägen. Dies zeigt die Zunahme der Fallzahlen in der Gynäkologischen Dysplasieeinheit der Frauenklinik der Uniklinik Köln unter der Leitung von Herrn Oberarzt Dr. Einzmann. Sie verdoppelten sich auf über 2.000 Fälle pro Jahr. Schwerpunkt der Gynäkologischen Dysplasieeinheit ist die weitere Abklärung auffälliger Abstriche. Die kolposkopische und vulvoskopische Beurteilung von auffälligen Veränderungen im Genitalbereich erlaubt in Kombination mit der differenzierten zytologischen Diagnostik und dem HPV-Test eine deutliche Steigerung der diagnostischen Sicherheit. Bei kolposkopisch auffälligen Befunden erfolgt routinemäßig eine bioptische Sicherung in Lokalanästhesie unmittelbar. Nach histologischer Sicherung einer höhergradigen Läsion werden die daraus notwendig gewordenen operativen Eingriffe durch Ärzte der Gynäkologischen Dysplasieeinheit persönlich durchgeführt. Die Kombination von differenzierter Diagnostik und operativer Therapie in einer Hand führt zu deutlich verbesserten Ergebnissen. Der Nachweis eines invasiven Karzinoms führt zur Weiterbetreuung im Gynäkologischen Krebszentrum.

Das Team

Dr. Christian Domröse

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