Diagnostik bei Brustkrebs

Entnahme einer Gewebeprobe - Biopsie

Die Gut- oder Bösartigkeit eines Gewebes kann erst durch die feingewebliche Untersuchung (Histologie) beurteilt werden. Dafür muss auf schonende Weise Gewebe gewonnen werden. Prinzipiell stehen drei verschiedene bildgebende Methoden zur Gewinnung einer Gewebeprobe zur Verfügung: ultraschall-, röntgen- und kernspintomographisch gesteuerte Gewebeproben. Die Wahl der jeweiligen Methode richtet sich hierbei danach, in welchem Verfahren eine Raumforderung sichtbar ist.

Stanzbiopsie

Ein Gewebsknoten wird unter Bildkontrolle lokalisiert. Nach örtlicher Betäubung werden mit einer Hohlnadel mehrere Gewebsproben aus dem Knoten gewonnen (Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie). Der Pathologe untersucht anschließend das Gewebe unter dem Mikroskop.

Vakuumbiopsie

Das Vorgehen ist dasselbe wie bei der Stanzbiopsie, jedoch können aufgrund der Vakuumtechnik größere Gewebeproben unter Ultraschall und Röntgenkontrolle entnommen werden. Auch hier wird das Gewebe vom Pathologen feingeweblich untersucht. Die Vakuumbiopsie kann - ebenso wie die Stanzbiopsie - mit einer örtlichen Betäubung ambulant durchgeführt werden.

Es liegen umfangreiche, weltweit durchgeführte Studien vor, die die Unbedenklichkeit der Verfahren für den weiteren Verlauf der Erhaltung bestätigen. Das Ergebnis einer Probenentnahme soll möglichst nach zwei Tagen vorliegen. Nicht immer ist die Stanz- oder Vakuumbiopsie geeignet. Dann muss der auffällige Bezirk durch eine Operation biopsiert werden.

Im Institut für Pathologie an der Uniklinik Köln werden die Gewebeproben durch spezialisierte Pathologen untersucht und beurteilt. In dringenden Fällen geben wir die Befunde unmittelbar telefonisch an den behandelnden Arzt weiter. Bei der Untersuchung des Gewebes auf Gut- oder Bösartigkeit werden zusätzlich prognostisch wichtige Gewebemerkmale wie Hormonrezeptoren und Her-zwei-neu-Rezeptoren bestimmt.

Kontakt

Institut für Pathologie
Uniklinik Köln
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Telefon +49 221 478-6320
Telefax +49 221 478-6360

Webseiten des Pathologischen Instituts

Radiologische Diagnostik

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung der Brust (Mamma-Sonographie) hat in den letzten Jahren große technische Fortschritte gemacht. Auch kleinere, noch nicht tastbare Befunde sind heute damit erkennbar. Die Sonographie ist auch eine bewährte Methode, um Zysten und Tumore zu unterscheiden. Gerade bei Frauen unter fünfzig Jahren, bei Frauen mit Hormonersatztherapie und bei Schwangeren ist die Ultraschalluntersuchung der Brust sehr gut anzuwenden. Knoten in bis zu vier Ebenen können dargestellt werden. Solche Geräte werden im Brustzentrum eingesetzt.

Mammographie

Die Mammographie ist noch immer die zuverlässigste Methode in der Früherkennung von Brustkrebs. Hierbei wird die Brust in zwei Ebenen geröntgt. Auch sehr kleine, nicht tastbare Knoten können erkannt werden. Es ist das einzige Verfahren, mit dem Mikroverkalkungen sicher nachgewiesen werden können. Dies ist insofern wichtig, da Verkalkungen in den Milchgängen auf Krebsvorstufen oder sogar auf fortgeschrittene Krebsformen hinweisen können.

Digitale Mammographie

In unserem Röntgeninstitut wird die digitale Mammographie eingesetzt. Dieses moderne Verfahren bietet bei gleichzeitiger Reduktion der Strahlenbelastung die Vorteile, dass insbesondere dichtes Brustdrüsengewebe besser dargestellt werden kann und Mikroverkalkungen besser abgrenzbar sind. Außerdem sind Fehlbelichtungen nahezu ausgeschlossen. Aufgrund der digitalen Technik können die Mammographien an speziellen Bildschirmen ausgewertet werden, ohne das Filmverarbeitungsfehler die Diagnostik beeinflussen. Die Auswertung der Röntgenbilder kann zusätzlich von Computerprogrammen unterstützt werden.

Kernspintomographie

Bei der Kernspintomographie (oder Magnetresonanztomographie) handelt es sich um eine Methode, bei der anstelle von Röntgenstrahlen starke Magnetfelder für die Bilderzeugung eingesetzt werden, sodass es zu keiner Strahlenbelastung für die Patientinnen kommt. Sie stellt die sensitivste Untersuchungsmethode für die Brust dar und wird häufig zur Abklärung von Befunden genutzt, bei denen die Mammographie und/oder der Ultraschall kein eindeutiges Ergebnis erbracht haben. Einen großen Stellenwert besitzt die Kernspintomographie auch in der präoperativen Darstellung von Tumoren, um die geeignete Operationstechnik oder eine eventuelle vorherige medikamentöse Therapie zu planen. Darüber hinaus wird sie vermehrt bei jungen Frauen mit erblicher Belastung zur intensiven Früherkennung eingesetzt. Studien zeigen, dass die Kernspintomographie bei dieser Patientengruppe sehr vorteilhaft ist.

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Institut und Poliklinik für Radiologische Diagnostik
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Nuklearmedizinische Diagnostik

Der Schwerpunkt der Klinik liegt in der diagnostischen und therapeutischen Anwendung offener radioaktiver markierter Substanzen. Mit solchen Pharmaka werden in der Diagnostik Lebensvorgänge verschiedener gesunder und erkrankter Organe mit der nicht-eingreifenden Szintigraphie dargestellt.

Lymphszintigraphie

Liegt ein Mammakarzinom vor, ist es für die Einschätzung der Prognose und die richtige Behandlung wichtig zu wissen, ob Lymphknotenmetastasen bestehen. Hierbei hat sich die Szintigraphie zur Erfassung des Wächterlymphknotens (Sentinel Lymph Node (SLN)) in der Achselhöhle bewährt. Der Wächterlymphknoten wird vor der Operation mit einer radioaktiven Substanz markiert, die im Bereich des Mammatumors unter die Haut gespritzt und dann über die Lymphbahnen zu den Lymphknoten gelangt. Bei der Operation kann die gespeicherte Substanz dann mit einem geeigneten Detektor lokalisiert werden. So kann gezielt derjenige Lymphknoten gefunden und entnommen werden, der für die Prognosestellung entscheidend ist. Eine umfangreiche, belastende Lymphknotenentfernung mit der möglichen Folge eines Lymphödems des Armes wird so vermieden.

Skelettszintigraphie

Die Skelettszintigraphie gilt als eines der sichersten Verfahren, um Metastasen des Skelettsystems beim Mammakarzinom auszuschließen oder zu erfassen. Dazu wird eine geringe Menge eines schwach radioaktiven Phosphatstoffes intravenös injiziert, welcher sich vorübergehend am Skelett ablagert und dadurch die Knochenaktivität erkennen lässt. So ist eine frühzeitige Erkennung von Knochenmetastasen möglich.

Bei Fragen zu den nuklearmedizinischen Untersuchungsmöglichkeiten beim Mammakarzinom stehen Ihnen die Mitarbeiter der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin jederzeit zur Verfügung. Informationen hierzu finden Sie auch auf unserer Homepage.

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