Patientinnen

Liebe Patientin, 

Sie sind von Ihrem Frauenarzt Frauenärztin in die Dysplasieeinheit des Universitätsklinikums Köln zur weiteren Behandlung überwiesen worden. Wir sind spezialisiert in der Diagnostik und Therapie von Krebsvorstufen im Genitalbereich. 

Mit dieser Patienteninformation möchten wir Sie mit der Arbeit unserer Dysplasie-Einheit vertraut machen. 

Als Dysplasie bezeichnet man Zellveränderungen unterschiedlichen Schweregrades. Diese können leicht, mittel und schwer sein. Die mittleren und schweren Dysplasien können als Vorstufen einer Krebserkrankung angesehen werden. Bei dem Wort „Krebsvorstufe“ dürfen Sie sich nicht erschrecken. Sie können davon ausgehen, dass alle Krebsvorstufen im weiblichen Genitalbereich heilbar sind. 

Dysplastische Zellveränderungen sind prinzipiell rückbildungsfähig. Es kann daher sein, dass leichte  oder mittlere Zellveränderungen zunächst nicht behandelt werden, sondern lediglich engmaschig kontrolliert werden.

Bilden sich die Veränderungen allerdings nicht spontan zurück, müssen diese in einem zweiten Schritt behandelt werden. Dies kann operativ oder durch eine Lasertherapie erfolgen. 

Dysplastische Zellveränderungen finden sich am häufigsten im Bereich des Gebärmutterhalses. Ursache sind Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV), die nach der Pubertät beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Humane Papillomviren sind weit verbreitet und führen in der Regel zu Warzenbildungen im Bereich der Haut bzw. der Schleimhäute. Es sind über 100 HP-Viren bekannt, von denen etwa 30 den Genitalbereich infizieren. Die HP-Viren werden in eine Hoch- und eine Niedrigrisikogruppe eingeteilt. HP-Viren der Niedrigrisikogruppe können Kondylome, d.h. warzenartige Veränderungen, im äußeren Genitalbereich verursachen.

Eine Infektion mit HP-Viren der Hochrisikogruppe bleibt in der Regel folgenlos. In seltenen Fällen kann jedoch eine dauerhafte Infektion mit HP-Viren der Hochrisikogruppe in Kombination mit anderen Risikofaktoren (z.B. Rauchen) zu dysplastischen Zellveränderungen führen. Eine vorbeugende Impfung ist möglich und für die Zeit vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen. Therapeutisch, also bei bestehender HPV-Infektion, kann derzeit nicht geimpft werden.

Etwa 20-25 % aller Frauen in der Altersgruppe von 20-25 Jahren sind von einer HPV-Infektion des Gebärmutterhalses betroffen. Hierbei handelt es sich in der Regel um vorübergehende Infektionen, da die natürliche Immunabwehr in etwa 8-15 Monaten die HP-Viren eliminiert. Mit steigendem Lebensalter sinkt die HPV-Häufigkeit. Sie beträgt  in der Altersgruppe > 35 Jahre nur noch 4-6 %. Erst wenn eine Hochrisiko-HPV Infektion dauerhaft vorhanden ist, besteht ein Risiko für  die Entwicklung dysplastischer Zellveränderungen. Diese sind durch geeignete diagnostische Maßnahmen wie Zellabstriche, HPV-Tests und der Betrachtung des Muttermundes mittels einer Vergrößerungsoptik, sog. Kolposkopien, frühzeitig erkennbar. Bei auffälligen Befunden wird eine kleine Gewebsprobe am Muttermund entnommen. Die Entnahme ist kaum schmerzhaft. 

Dysplastische Zellveränderungen des Gebärmutterhalses sind häufig mit auffälligen Pap-Abstrichen verbunden. Die Einteilung der Zellabstriche nach Papanicolaou („Pap-Test“) erfolgt in fünf Gruppen. Hierbei umfassen die Gruppen I und II normale Befunde, die Gruppen III, IV und V auffällige Befunde. Die Einweisung in die Dysplasie-Einheit erfolgt in der Regel wegen eines Pap III D Befundes. Das „D“ ist die Abkürzung für Dysplasie. 

Dysplastische Zellveränderungen treten nicht nur im Bereich des Gebärmutterhalses sondern auch im Bereich der Scheide sowie im Bereich der Schamlippen und der Klitoris auf. Sie können insbesondere im Bereich des äußeren Genitale ohne Zusammenhang mit HP-Viren auftreten. Das Rauchen ist in der Regel ein begünstigender Faktor für das Auftreten von Dysplasien. Wir empfehlen Ihnen deshalb dringend, das Rauchen zu beenden. 

Die Ober- und Fachärzte unserer Abteilung verfügen über das Kolposkopie-Diplom der Arbeitsgemeinschaft Zervixpathologie und Kolposkopie in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Regelmäßige Fortbildungen und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem pathologischen und dem virologischen Institut der Uniklinik Köln sichern einen hohen Qualitätsstandard der Versorgung. 

Neben der Diagnostik und der Behandlung von Krebsvorstufen sind die Ärztinnen und Ärzte der Dysplasie-Einheit spezialisiert in der Behandlung aller entzündlichen, hormonell bedingten oder systemischen Erkrankungen des weiblichen Genitalbereiches. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit der Hautklinik der Uniklinik Köln. 

Im Rahmen der Diagnostik - insbesondere bei erforderlichen Gewebsentnahmen - kann es zu zeitlichen Verzögerungen innerhalb des Ablaufes der Sprechstunde kommen. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, wenn sich für Sie Wartezeiten ergeben sollten. 

Für fachliche oder sonstige Rückfragen steht Ihnen unser ärztliches und pflegerisches Personal zur Verfügung.

Prof. Dr. Peter Mallmann
Klinikdirektor